Erkrankungen des weiblichen Genitaltraktes

>>>Erkrankungen des weiblichen Genitaltraktes
Erkrankungen des weiblichen Genitaltraktes 2018-05-08T10:16:09+00:00

Erkrankungen des weiblichen Genitaltraktes bei Hündinnen

Die gynäkologische Untersuchung unserer tierischen Patienten in der Tierklinik Oberhaching setzt sich zusammen aus einer Adspektion und Palpation der äußeren Geschlechtsorgane (Vulva, Mamma) und der inneren Untersuchung.

Durch Entnahme eines Vaginaltupfers können Rückschlüsse auf den Zyklusstand gezogen werden sowie die Vaginalflora über eine bakteriologische Untersuchung bestimmt werden. Für die Evaluierung der Vagina kann wach eine Vaginoskopie oder im Zweifel auch eine Endoskopie in Narkose durchgeführt werden. Die Gebärmutter und Eierstöcke lassen sich am besten durch eine Ultraschalluntersuchung beurteilen. Eine endokrinologische Labordiagnostik dient der Überprüfung der hormonellen Funktion (Progesteron, Luteinisierendes Hormon, Anti-Müller-Hormon).

  • Erkrankungen der Vagina (z. B. Junghundvaginitis, Vaginaltumore, Vaginalspangen)
  • Erkrankungen der Eierstöcke (z.B. Ovarzysten, Ovartumore)
  • Erkrankungen der Gebärmutter (z.B. Glandulär-zystische Hyperplasie des Endometriums, Pyometra)
  • Erkrankungen des Gesäuges (z. B. Mastitis, Mammatumor)
  • Während der Trächtigkeit (z.B. Gelbkörperinsuffizienz, Diabetes mellitus, Einlingsgravidität)
  • Während des Puerperiums (z.B. Eklampsie, Nachgeburtsverhaltung)
  • Diagnostik und Therapie im Falle einer unvollständigen Kastration
  • Vorgehensmöglichkeiten nach einem ungewollten Deckakt (Nidationsverhütung)
  • Therapie bei einer klinischen Scheinträchtigkeit
  • Behandlung einer kastrationsbedingten Harninkontinenz und perivulvären Dermatitis (Vulvaplastik)

Endoskopiebild einer Hündin mit Blick auf die äußere Harnröhrenmündung und Vagina

Endoskopiebild einer Hündin mit Blick auf die äußere Harnröhrenmündung und Vagina

Vaginoskop mit Lichtquelle zur Untersuchung der Vagina bei Hündinnen

Vaginoskop mit Lichtquelle zur Untersuchung der Vagina bei Hündinnen

Zyklusstörungen der Hündin:
Üblicherweise wird die Hündin in regelmäßigen Abständen alle 5-8 Monate läufig. Eine Menopause wie bei der Frau ist nicht beschrieben. Ältere unkastrierte Hündinnen können häufig Eierstockszysten oder Gebärmutterentzündungen bis hin zu lebensgefährlichen Gebärmuttervereiterungen entwickeln. Wir raten daher zu einer gynäkologischen Untersuchung, wenn Sie ein Ausbleiben der Läufigkeit bei Ihrer Hündin beobachten oder eine Unregelmäßigkeit feststellen sollten. Dabei wird zugleich auch das Gesäuge genauer untersucht, um einen möglichen Gesäugetumor frühzeitig zu erkennen und zu behandeln.

Die Gebärmuttervereiterung (Pyometra):
Die Pyometra ist die häufigste Erkrankung der Geschlechtsorgane bei der unkastrierten Hündin – das Risiko liegt bei rund 25% und steigt mit zunehmendem Alter. Symptome wie Mattheit, Fressunlust, Erbrechen und vermehrtes Trinken treten typischerweise in den Wochen nach der letzten Läufigkeit auf, wenn das Hormon Progesteron erhöht ist. Eiter sammelt sich in der Gebärmutter an und die durch Bakterien gebildeten Toxine können zu einer Blutvergiftung führen. In einigen Fälle öffnet sich auch der Muttermund und eitriger Vaginalausfluss wird sichtbar. Für eine sichere Diagnose ist die sonographische Untersuchung Mittel der Wahl. Um den Allgemeinzustand einschätzen zu können, ist ergänzend eine Laboruntersuchung notwendig. Je nach Krankheitsstadium kann in wenigen Fällen eine konservative Therapie versucht werden, grundsätzlich ist jedoch eine chirurgische Kastration mit Entfernung der Eierstöcke und Gebärmutter (Ovariohysterektomie) zu empfehlen.

Ultraschall der Gebärmutter: Zystische Schleimhautveränderungen mit pathologischer Füllung

Ultraschall der Gebärmutter: Zystische Schleimhautveränderungen mit pathologischer Füllung

Vaginalzytologie einer Hündin mit vermehrten Entzündungszellen

Vaginalzytologie einer Hündin mit vermehrten Entzündungszellen

Harninkontinenz beim Hund:
Einem ungewollten und unkontrollierten Urinverlust können verschiedene Ursachen zugrunde liegen. Bei Hündinnen (und selten bei Rüden) wird nach Ausschluss von anderen Differentialdiagnosen jedoch häufig der Verdacht auf eine kastrationsbedingte Inkontinenz gestellt, welche sich nach unterschiedlich langer Zeit als Spätfolge bei bis zu 20% der Patienten einstellen kann. Ursache hierfür ist hauptsächlich eine erworbene Verschlussunfähigkeit der Harnröhre; Die genauen pathophysiologischen Mechanismen sind jedoch bisher nicht genau geklärt. Für eine medikamentöse Behandlung stehen verschiedene Präparate zur Verfügung. Die selektivste Wirkung wird durch den Sirup Propalin® gewährleistet und erzielt laut Literaturangaben in 85-97% der Fälle den gewünschten Effekt. Bei Therapieversagen kann eine Operation bei uns in der Tierklinik Oberhaching mit Anlegen eines künstlichen Schließmuskels aus Silikon (Hydraulischer Okkluder) indiziert sein.