Hüftgelenksdysplasie (HD) und Hüftgelenksarthrose

Die Hüftgelenksdysplasie (HD) ist eine häufige orthopädische Erkrankung meist mittel- und großwüchsiger Hunderassen. Die Entstehung ist auf unterschiedliche Ursachen, wie genetische Prädisposition, schnelles Wachstum im Welpenalter und andere Umwelteinflüsse zurückzuführen. Eine Hüftgelenksdysplasie endet zumeist in einer Arthrose, welche mit einem chronischen Hüftgelenksschmerz für den Patienten verbunden ist.

Erste Anzeichen sind reduzierte Belastbarkeit, Unwille in der Bewegung, unrunder oder hoppelnder Gang, Verweigerung beim Spiel sowie vermehrtes Sitzen gefolgt von Schwierigkeiten beim Aufstehen.

Labrador 18 Monate mit starker Hüftgelenksdysplasie

Labrador 18 Monate mit starker Hüftgelenksdysplasie

Gleicher Patient 9 Jahre später, jetzt mit starker Hüftgelenksarthrose

Gleicher Patient 9 Jahre später, jetzt mit starker Hüftgelenksarthrose

Mit Hilfe von Röntgenuntersuchungen zu einem frühen Zeitpunkt des Wachstums (im Alter von 4-6 Monaten) können bereits Veränderungen an den Hüften v.a. lockere Hüften mit sogenannten Subluxationen entdeckt werden. Ist das Wachstum noch nicht abgeschlossen, kann man durch eine einfache Operation, der Symphysiodese, die weitere Entwicklung der Hüftgelenke positiv beeinflussen, damit es nicht zur Ausbildung der Folgeschäden einer schmerzhaften Hüftgelenksarthrose kommt.

Berner Sennenhund im Alter von 4 Monaten mit starker Hüftgelenksdysplasie

Berner Sennenhund im Alter von 4 Monaten mit starker Hüftgelenksdysplasie

 Gleicher Patient 16 Monate nach der Symphysiodese

Gleicher Patient 16 Monate nach der Symphysiodese

Als weitere Möglichkeit der Schmerzbehandlung bei Patienten mit einer Hüftgelenksarthrose steht die Denervation des Hüftgelenkes zur Verfügung. Hierbei wird das arthrotisch veränderte Gelenk in seiner Struktur belassen, die für die Schmerzleitung verantwortlichen Nervenfasern im Bereich der Gelenkkapsel zerstört. Dies hat eine Schmerzlinderung zur Folge und ermöglicht eine bessere Beweglichkeit der Patienten. Allerdings kann es zu einer Neuausbildung der behandelten Nervenfasern kommen, weshalb der schmerzlindernde Effekt unter Umständen nur zeitlich begrenzt sein kann.

Hat sich eine Hüftgelenksarthrose ausgebildet und verursacht einen chronisch, nicht beherrschbaren Schmerz, kann diesen Patienten durch das Einsetzen eines künstlichen Hüftgelenkes geholfen werden

Mischling, 20 Monate alt mit altem Bruch des Oberschenkelhalses rechts

Mischling, 20 Monate alt mit altem Bruch des Oberschenkelhalses rechts

 Gleicher Patient nach dem Einsetzen eines künstlichen Hüftgelenkes (Zurich cementless)

Gleicher Patient nach dem Einsetzen eines künstlichen Hüftgelenkes (Zurich cementless)

Lässt sich ein schmerzhaftes, arthrotisch verändertes Hüftgelenk nicht durch konservative Therapiemethoden wie Gewichtskontrolle, Physiotherapie, Bewegungsanpassung, Gelenkknorpel unterstützende Zusatzfuttermittel oder andere operative Maßnahmen behandeln, kann man durch die Entfernung des Oberschenkelkopfes und Halses dem Patienten ein schmerzfreies Pseudogelenk schaffen. Hierbei wird das „Gelenk“ durch eine bindegewebige Vernarbung gehalten. Diese Methode ist grundsätzlich einem Hüftgelenksersatz unterlegen, ist aber aufgrund des Alters und der Größe des Patienten sowie aufgrund eines geringeren finanziellen Aufwandes für mache Hunde eine sinnvolle Alternative in der Behandlung der Hüftgelenksarthrose.

Hund mit Oberschenkelkopfhalsresektion

Hund mit Oberschenkelkopfhalsresektion