Toxoplas-was? Was Katzenbesitzer über Toxoplasmose wissen sollten

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Toxoplas-was? Was Katzenbesitzer über Toxoplasmose wissen sollten

Von | 2019-07-30T11:19:00+00:00 3. Mai 2019|Blog, Gesundheit, Katze, Toxoplasmose|0 Kommentare

Toxoplasmose? Was war das doch gleich? Eine Katzenkrankheit? Nicht nur. Toxoplasmose gehört zu den sogenannten Zoonosen, also Krankheiten, die vom Tier auf den Menschen übertragen werden können. Harmlos? In den meisten Fällen schon – gefährlich wird`s wenn ein Baby unterwegs ist.

Toxoplasmose – was ist das eigentlich?

Wie schon gesagt – eine Infektionskrankheit, ausgelöst durch die  einzelligen Parasiten Toxoplasma gondii, die sowohl Menschen als auch Wirbeltiere befallen kann. Eine Übertragung von Tier zu Mensch ist möglich, eine Übertragung von Mensch zu Mensch allerdings nicht.

Toxoplasmose ist weit verbreitet

Tatsächlich kommen die Erreger in allen Regionen der Welt vor. Schätzungsweise 70% aller Mitteleuropäer haben sich im Laufe ihres Lebens mit Toxoplasmose infiziert und Antikörper gebildet, die sie vor weiteren Infektionen lebenslang schützen. Je älter jedoch ein Mensch ist, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit, dass er bereits eine Infektion mit Toxoplasmoseerregern durchgemacht hat und über ausreichende Antikörper verfügt. Wieviele Frauen im gebährfähigen Alter gegen die Krankheit immun sind, ist nicht sicher zu sagen.

Was man über Toxoplasmen wissen sollte

Toxoplasmen sind eng mit Kokzidien verwandt, die den Magen-Darm-Trakt befallen. Zwar können Menschen und fast alle Wirbeltiere als Zwischenwirt dienen, der Endwirt für Toxoplasmen ist jedoch allein die Katze. Toxoplasmen besiedeln die Darmschleimhaut der Katze, vermehren sich dort und werden dann als Oozysten mit dem Kot ausgeschieden.

Bei allen anderen Tieren und auch beim Menschen bilden sich Gewebezysten in der Muskulatur oder in den inneren Organen. Hier warten die Toxoplasmen ab. Wird das Gewebe  – zum Beispiel das einer Maus – von einer Katze gefressen, entwickeln sich Oozyten daraus, die über den Kot ca. drei Wochen lang ausgeschieden werden. Auch Katzen entwickeln nach der ersten Infektion eine stabile Immunität. Eifrige Mäusejäger frischen diese Immunität durch den ständigen Erregerkontakt immer wieder auf; die Toxoplasmen können sich im Darm dieser Tiere nicht mehr vermehren, so dass sie nie wieder Oozyten ausscheiden. Man schätzt, dass nur etwa 2% der Katzen die Erreger ausscheiden. Insbesondere erstinfizierte Jungtiere gehören dazu.

Lauert Toxoplasmose nur im Katzenklo?

Reinigen Sie das Katzenklo alle zwei Tage, ist eine Infektion mit Toxoplasmose über das Katzenklo nur in Ausnahmefällen möglich, denn die Oozyten sind nicht sofort infektionsfähig. Bis sie eine Toxoplasmose auslösen können, dauert es je nach Umgebungstemperatur mindestens zwei Tage. Danach allerdings sind die Erreger äußerst widerstandsfähig und können monatelang überleben. 

Häufiger noch als die Übertragung der Toxoplasmen durch Katzenkot oder die Katze selbst ist die Infektion durch den Verzehr von rohem oder nicht völlig durchgegartem Fleisch oder durch unzureichend gewaschenes rohes Gemüse, Salat und Früchte, die in der Nähe des Erdbodens wachsen, wie zum Beispiel Erdbeeren.

Auch bei der Gartenarbeit kann man sich mit Toxoplasmose anstecken, da die Toxoplasma gondii-Parasiten im Katzenkot unter günstigen Bedingungen, wie eben in der feuchten Erde des Blumenbeetes, einige Monate überleben können.

Woran erkennt man eine Infektion mit Toxoplasmose?

Bei Katzen verläuft die Krankheit meist unbemerkt. Während die Toxoplasmen sich in der Darmschleimhaut weiterentwickeln kann es allenfalls zu leichtem Durchfall oder Fieber kommen. Siedeln sich die Parasiten auch außerhalb des Darms an, können  – je nach befallenem Organ – allerdings auch Husten, Atembeschwerden, Durchfall, Gelbsucht sowie Entzündungen der mittleren Augenhaut, der Herzmuskulatur, der Skelettmuskulatur oder des Gehirns auftreten. ….

Bei Katzen mit Störungen des Immunsystems kann die Toxoplasmose chronisch werden. Gangstörungen oder Schüttelkrämpfe, Magen-Darm-Problemen wie Erbrechen, Durchfall und Abmagerung oder Entzündung der mittleren und inneren Augenhaut gehören zu den Symptomen.

Toxoplasmose beim Menschen

Bei guter körperlicher Verfassung verläuft die Infektion mit Toxoplasmose beim Menschen meist harmlos und vollkommen unbemerkt. Bei Menschen mit einem geschwächten Abwehrsystem verläuft die Toxoplasmose-Infektion allerdings schwerer mit grippeähnlichen Symptomen wie starken Kopf- und Gliederschmerzen und hohem Fieber. Nackensteifheit, Bewusstseinsstörungen und Lähmungen, schlimmstenfalls können ernsthafte Entzündungen des zentralen Nervensystems ebenfalls auftreten. Eine Blutuntersuchung gibt Aufschluss darüber.

Therapie bei Toxoplasmose

Bei einem gesunden Abwehrsystem wird eine Infektion mit Toxoplasmen wie gesagt häufig gar nicht bemerkt, so dass eine Therapie bei Katzen und auch beim Menschen in der Regel nicht notwendig ist. Zeigen sich jedoch – in der Regel bei abwehrgeschwächten Menschen – starke Symptome,  werden Medikamente verabreicht, die bestimmte Stoffwechselvorgänge der Toxoplasmose-Erreger hemmen und schnell Abhilfe schaffen.

Wirklich gefährlich wird eine Erstinfektion mit Toxoplasmen jedoch in der Schwangerschaft. Dann ist eine Behandlung zwingend erforderlich.

Toxoplasmose in der Schwangerschaft

Eine besondere Gefahr besteht, wenn die werdende Mutter bisher noch nie Kontakt mit dem Krankheitserreger hatte und deswegen nicht immun ist. Je früher eine Infektion in der Schwangerschaft auftritt, desto schwerer sind die Auswirkungen auf das ungeborene Kind. Wird die Infektion nicht erkannt und umgehend behandelt, sind Schädigungen des Zentralen Nervensystems (ZNS) oder der Organe des Babys möglich. Auch das Risiko einer Fehl- oder Totgeburt steigt. Zwar zeigen von den infizierten Neugeborenen etwa 90 % direkt bei der Geburt noch keine Symptome, doch kommt es später zu schwerwiegenden Folgen wie  Augen- oder Hirnschäden bis hin zu schwersten geistigen Behinderungen.

Eine Frau mit Kinderwunsch sollte deshalb bei Ihrem Gynäkologen unbedingt testen lassen, ob sie ausreichend gegen diese Erkrankung geschützt ist.

Schwanger – muss die Katze weg?

Nein. Bei Katzenbesitzerinnen ist die Wahrscheinlichkeit, dass sie die Krankheit bereits durchgemacht haben und über einen ausreichenden Immunschutz verfügen hoch. Sicherheit gibt jedoch nur ein entsprechender Bluttest.

Wichtig ist die Vermeidung der anderen Infektionsquellen: Auf rohes Fleisch oder nicht durchgegarte Steaks sollten Schwangere verzichten und zur Sicherheit Handschuhe bei der Gartenarbeit tragen und die tägliche Reinigung des Katzenklos lieber anderen überlassen. 

Wer ganz sicher sein will, lässt seine Katze vom Tierarzt auf Toxoplasmose untersuchen.

Risikofaktoren vermindern

Eine Infektion mit Toxoplasma gondii lässt sich nicht sicher verhindern. Allerdings gibt es viele gute Möglichkeiten, die Risikofaktoren einzuschränken. Füttern Sie ihren Stubentiger nicht mit rohem, sondern entweder mit durchgegartem Fleisch oder mit hochwertigem Dosenfutter. Ist ihre Samtpfote allerdings Freigänger, bleibt diese Maßnahme wirkungslos, denn es ist nicht auszuschliessen, dass sie Mäuse fängt und verzehrt.

Achten Sie auf unbedingt ausreichende Hygiene. Gründliches Händewaschen vor dem Essen, nach dem Spielen im Sandkasten oder der Gartenarbeit bzw. dem Kontakt mit Erde ist Pflicht. Idealerweise tragen Sie Handschuhe dabei. Insbesondere auch beim Hantieren mit rohem Fleisch. Fallobst und roh zu genießendes Gartengemüse sollte vor dem Verzehr sorgfältig gewaschen  oder am besten geschält werden.

Haben Sie weitere Fragen zum Thema? Dann wenden Sie sich gerne jederzeit an uns!

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Tel: 089 / 63893020 Email: info@tierklinik-oberhaching.de

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