Pupsalarm! Blähungen beim Hund

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Pupsalarm! Blähungen beim Hund

Von | 2019-03-06T11:40:28+00:00 6. März 2019|Blog, Ernährung, Hund|0 Kommentare

Pupsalarm! Blähungen beim Hund

Es passiert gerne mal im kuschlig warmen Wohnzimmer, in den schönsten Momenten der gemütlicher Entspannung: Pupsalarm beim Hund und darauf folgende Atemnot bei seinem Besitzer.

Blähungen, oder wie der Mediziner sagt „Flatulenzen“ haben zahlreiche Ursachen und können die Liebe zu unseren vierbeinigen Freunden durchaus auf eine harte Probe stellen. Meistens sind Flatulenzen beim Hund ganz harmlos; sie können die Folge einer einseitigen oder falschen Ernährung sein, aber manchmal sind sie auch ein Hinweis auf ernstere Erkrankungen.

Über die Ursachen von Blähungen

Die wichtigsten Gründe für das Entstehen von Blähungen liegen in der Ernährung. Darmgeräusche, ein aufgeblähter Bauch und die unangenehmen Gerüche sind immer die Folge einer übermäßigen Gasbildung durch Mikroorganismen im Dickdarm. Der Hund kann die Nahrungsbestandteile nicht richtig verwerten. Der schlecht verdaute Nahrungsbrei gelangt dann in den Enddarm, wo er von Bakterien zersetzt wird. Es entstehen übel riechende, schwefelhaltige Fäulnisgase.

„Jedes Böhnchen gibt ein Tönchen“

Das gilt auch für den Hund. Erbsen und Bohnen, sogenannte Leguminosen, enthalten einige für den Hund schwerverdauliche Kohlenhydrate, deren Zersetzung durch Mikroorganismen im Dickdarm zu vermehrter Gasbildung führen.

Eine hohe Gabe von Milchzucker wirkt insbesondere bei erwachsenen Hunden ähnlich; ihnen fehlt ein Enzym zur Spaltung der Laktose. Gelangt diese in großen Mengen in den Dickdarm wird auch sie dort von Mikroorganismen zersetzt  – mit besagten unangenehmen Konsequenzen.

Besonders eiweißreiche Futtermittel können ebenfalls zu Blähungen führen. Dabei ist nicht nur die Menge des zugeführten Eiweißes entscheidend, sondern insbesondere auch die Qualität: Eiweißquellen mit einer geringen Proteinqualität, wie sie in Schlachtabfällen, wie z. B. getrockneter Rinderhaut zu finden sind, führen zu einem drastischen Anstieg der Keime im Dickdarm und verursachen heftige Blähungen.

Auch allzu große Mengen an Präbiotika bestimmter Gemüsesorten verursachen Flatulenzen. Die Ursache liegt auch hier wieder in einer überhöhten Stoffwechselleistung der Mikroflora des Dickdarms.

Ein zu hoher Fettgehalt im Futter kann bei sehr empfindlichen Hunden ebenfalls Verdauungsstörungen mit unangenehmen Blähungen hervorrufen.

Manchmal sind auch ein plötzlicher Futterwechsel oder Nahrungsmittel-Unverträglichkeiten der Auslöser für Blähungen beim Hund.

Wann sind Blähungen beim Hund behandlungsbedürftig?

Die „dicke Luft“ ist meistens ganz harmlos. Blähungen können aber auch ein Hinweis auf Erkrankungen des Magen-Darm-Traktes sein. Insbesondere dann, wenn der Hund parallel an Durchfall leidet. Hält der Durchfall länger an, hat der Hund Schmerzen oder Fieber und zeigt ein gestörtes Allgemeinbefinden, sollte unbedingt der Tierarzt abklären, ob es sich zum Beispiel um einen  viralen Infekt oder um Parasitenbefall handelt. Blähungen beim Hund können aber auch Anzeichen für eine Fehlfunktion der Bauchspeicheldrüse oder Darmerkrankungen sein.

Hunderassen mit besonders kurzer Schnauze, sogenannte brachyzephale Rassen wie Bulldoggen, Möpse oder Boxer, neigen übrigens dazu, beim Fressen viel Luft zu schlucken. Auch das führt zu  – meist weniger geruchsintensiven – Blähungen.

Wenn Ihr Hund infolge der großen Luftansammlungen im Darm an starken Blähungen mit krampfartigen Bauchschmerzen, also Darmkoliken, leidet, wechselt er oft seine Liegeposition, zeigt einen gekrümmten Rücken und wirkt unruhig. In manchen Fällen muss der Hund zudem öfter Luft aufstoßen.

Wenn eine Erkrankung vorliegt

Ihr Tierarzt wird die Bauchgegend des Hundes vorsichtig abtasten und ein detailliertes Gespräch mit Ihnen führen. Dabei wird er sich genau nach den Symptomen erkundigen. Treten etwa zusätzliche Beschwerden wie Durchfall, Koliken oder Verstopfung, oder auch Erbrechen auf? Er wird sich auch nach der Fütterung erkundigen: erhält der Hund Trocken- oder Feuchtfutter? Wie hoch ist der Anteil an Ballaststoffen? Setzen Sie dem Futter weitere Futtermittel wie zum Beispiel Milchprodukte, Hülsenfrüchte oder Rohkost zu? Haben Sie in letzter Zeit das Futter umgestellt? Liegt eine Nahrungsmittel-Unverträglichkeit vor? Frisst der Hund hastig oder neigt dazu, Luft zu schlucken? Sorgen Sie für ausreichende Bewegung? Wann wurde der Hund zuletzt entwurmt?

Wenn ernährungsbedingte Ursachen für die Blähungen beim Hund ausgeschlossen sind, kommen organische Störungen, Magen-Darm-Infektionen oder Parasitenbefall in Frage. Hier können Blut- und Kotuntersuchungen Aufschluss geben.

Mit Hilfe der bildgebenden Verfahren wie Röntgen-Untersuchung und/ oder Ultraschall-Untersuchung lassen sich mögliche Ursachen wie ein Darmverschluss oder eine Bauchspeicheldrüsenentzündung erkennen. In Einzelfällen kann auch eine Darmspiegelung beim Hund nötig sein.

Wie können ernährungsbedingte Blähungen beim Hund behandelt werden?

Gehen die Blähungen beim Hund auf die Ernährung zurück, stellt der Tierarzt einen Diätplan für den Hund auf, der in der Hauptsache leicht verdauliches Futter mit einem geringen Ballaststoff-Anteil berücksichtigt. Bei der Proteinquelle des Futters sollte auf ein hochverdauliches Protein, zum Beispiel Muskelfleisch geachtet werden. Geben Sie ihrem blähungsgeplagten Hund keinen Pansen oder Milz, also keine bindegewebshaltigen Schlachtnebenprodukte. Älteren Hunden kann auch ein zu hoher Proteingehalt in der Futterration zu schaffen machen, deshalb sollten Sie auf Seniorfutter zurückgreifen. Gegebenenfalls kann auch eine individuelle Ernährungsberatung und Rationsberechnung notwendig sein.

Ihr Tierarzt wird Ihnen womöglich empfehlen, das Futter in mehreren kleinen Portionen zu verabreichen, um die Blähungen beim Hund zu vermindern.

Ausreichende Bewegung regt die natürliche Bewegung des Darms, die sogenannte Peristaltik und somit die Verdauung an. Verbessern sich das Befinden des Hundes trotz dieser Maßnahmen nicht, kann der Tierarzt Medikamente gegen Blähungen oder Enzympräparate verschreiben.

Achten Sie auch auf die Präbiotika. In geringer Dosierung haben Präbiotika, wie zum Beispiel Pektine, zahlreiche positive Wirkungen. Zu viel davon verursacht Blähungen –  wobei manche Hunde empfindlicher reagieren als andere. Ist ein hoher Fettgehalt die Ursache der Verdauungsstörung, sollte dieser in der Futterration abgesenkt werden.

Haben Sie weitere Fragen zum Thema? Dann wenden Sie sich gerne jederzeit an uns!

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