Schöne Sch… Was tun, wenn der Hund Kot frisst?

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Schöne Sch… Was tun, wenn der Hund Kot frisst?

Von | 2019-04-01T09:11:09+00:00 1. April 2019|Blog, Gesundheit, Hund|0 Kommentare

Wohl dem, der seinen Hund noch nicht dabei erwischt hat, wie er ebenso hastig wie begeistert stinkende Exkremente von Vier- und noch schlimmer – Zweibeinern verschlingt oder sich mit Wonne darin wälzt. Das sind genau die Augenblicke, in denen mancher Hundehalter sehr bedauert, sich nicht doch für ein Zwergkaninchen als Hausgenossen entschieden zu haben …

Kotfressen – ganz normal oder gefährlich?

Dass Hunde fremden Kot von Artgenossen oder auch Pferden fressen ist gar nicht so selten.  Auch bei Wölfen oder anderen Wildtieren kann man beobachten, dass sie an Baumrinden nagen, ausgesuchte Pflanzen und Gräser oder auch Kot anderer Fleisch- oder Pflanzenfresser aufnehmen. Die Vermutung, dass sie damit eine Art „Selbstmedikation“ betreiben um z.B. Nährstoffdefizite auszugleichen, wurde in einigen Fällen auch nachgewiesen.

Liegt also auch bei kotfressenden Haushunden ein Nährstoffmangel vor, den sie mit der  Kotfresserei, der sogenannten „Koprophagie“, ausgleichen wollen?

Nicht immer – Hunde merken schnell, dass sie durch ihr Verhalten zwar den Ärger ihres Besitzers, aber damit auch seine Aufmerksamkeit auf sich ziehen können. Wenn sie dann auch noch auf Hinterlassenschaften von Artgenossen treffen, die minderwertiges Futter mit einem hohen Anteil an Geschmacksverstärkern und Farb- und Aromastoffen bekommen haben, können sie einen regelrechten Heisshunger darauf entwickeln, denn diese Überreste scheinen selbst nach Verdauungsprozess und Ausscheidung für Hundenasen noch besonders attraktiv zu duften. Zudem scheint Kot proteinreich und deswegen für Hunde attraktiv zu sein.

Gesundheitlich alles andere als unbedenklich!

Mal abgesehen davon, dass dieses Verhalten buchstäblich zum Himmel stinkt, kann das  auch zum echten Problem werden: Die meisten Hunde leben mit ihren Besitzern in engem Kontakt zusammen, dürfen mit auf`s Sofa, manche sogar mit in`s Bett, werden geknuddelt und dürfen ihren Lieblingsmenschen – auch den kleinen –  schon mal über`s Gesicht lecken.

Wenn der Hund fremde Exkremente frisst und sich auch noch in Kot oder Aas wälzt, wird er zur echten Keimschleuder. Die Keime aus Kot und  Aas in Fell und Maul übertragen viele Infektionen und stellen ein gravierendes Gesundheitsrisiko für uns Menschen, aber auch für den kotfressenden Hund selbst dar.

Achtung – Ansteckungsgefahr

Exkremente sind oft mit Zysten, Eiern und Larven von Parasiten und anderen Krankheitserregern wie parasitären Einzellern (z.B. Giardien) verseucht.  Der Hund selbst kann über sein Maul z.B. beim Schmusen zum Überträger von Krankheiten und Parasiten auf den Menschen (Zoonosen) werden. So werden zum Beispiel Spulwürmer auf die Kinder in seiner Umgebung übertragen. Parvovirose, eine bei Welpen in kurzer Zeit oft auch tödlich endende, hochinfektiöse Viruserkrankung, wird ebenfalls über Kot übertragen. Macht ihr Hund auch vor dem Katzenklo nicht halt, droht die Übertragung von Toxoplasmose, einer Erkrankung, die insbesondere für Schwangere höchstgefährlich ist. Selbst Salmonellen aus dem Kot von Hühnern und Nagetieren können über Schmierinfektion vom Hund auf den Menschen übertragen werden.

Hat Ihr Hund eine solche unangenehme Vorliebe entwickelt, halten Sie ihn unbedingt an der Leine, gut im Blick und damit stets unter Kontrolle.

Strafe macht nur Sinn, wenn Sie ihn unmittelbar beim Kotfressen erwischen – drängen Sie ihn entschieden davon ab oder werfen Sie die Leine oder eine spezielle Wurfkette nach ihm. Der Schreck bei einem wohlplatzierten Wurf wird ihn womöglich in Zukunft davon abhalten.

Nur eine schlechte Angewohnheit?

Manchmal ja, manchmal aber steckt jedoch eine gestörte Darmflora hinter diesem unappetitlichen Heißhunger auf Häufchen.

In einem gesunden Darm leben eine Vielzahl guter Bakterien, die für einen gesunden Verdauungsprozess sorgen und die wenigen schlechten, also krankmachenden Bakterien gut in Schach halten. Beim Kotfressen werden nun jede Menge unguter Keime aufgenommen, die das Immunsystem aktiv trainieren – solange, bis sich das Gleichgewicht im Darm zu Gunsten der krankheitserregenden Keime verschoben hat. Ihr Hund versucht nun einmal mehr die eigene Mikrobenflora durch den Kot von Artgenossen mit dort eventuell vorhandenen „guten“ Darmbakterien neu zu besiedeln. Leider gelangen damit auch „schlechte“ Keime in den Darm und ein Teufelskreis entsteht. 

Mangelernährung als Ursache?

Auch Mangelernährung infolge minderwertiger Futtermittel oder zu wenig Abwechslung im Speiseplan können tatsächlich der Grund für den Heisshunger auf fremde Häufchen sein. Lassen Sie sich bei Ihrem Tierarzt oder gerne auch bei uns in der Tierklinik zum Thema Fütterung beraten. Hochwertiges Futter kann hier schon Wunder bewirken.

Mangelernährung beim Hund kann aber auch durch Wurmbefall bedingt sein, der die Aufnahme der Nährstoffe aus dem Futter verhindert. Ihr Hund versucht nun, den Mangel durch Kotaufnahme zu kompensieren. Lassen Sie zur Sicherheit eine Kotprobe Ihres Hundes beim Tierarzt oder bei uns in der Tierklinik untersuchen. Bei einem möglichen Wurmbefall bekommt Ihr Hund eine gezielte Wurmkur verabreicht, die schnell Abhilfe schafft.

Die natürliche Darmflora kann übrigens auch nach einer Antibiotika-Therapie angegriffen sein. Es kommt dann zu einer Bakterien-Fehlbesiedelung der Darmschleimhäute. Ist das Gleichgewicht „guter“ und „böser“ Bakterien im Darm erst einmal gestört, versucht der Hund die Balance durch Aufnahme fremder Fäkalien wieder herzustellen.

Wann steckt eine ernsthafte Erkrankung dahinter?

In manchen Fällen ist die Kotfresserei aber auch ein Hinweis auf eine ernsthafte Erkrankung. Besonders dann, wenn Sie feststellen, dass die Losung Ihres eigenen Hundes fettig und schleimig ist und das Tier trotz ausreichender Futtermenge wenig an Gewicht zulegt oder sogar noch abmagert. Die Ursache kann eine Pankreas-Insuffizienz sein: Die Bauchspeicheldrüse kann wichtige, zur Verdauung von Fetten und Kohlehydraten benötigte Enzyme nicht mehr produzieren, so dass der Hund diesen Mangel instinktiv durch Kotfressen auszugleichen versucht. Ob so eine Erkrankung der Bauchspeicheldrüse vorliegt, kann nur der Tierarzt mit einer Blutuntersuchung sicher nachweisen.

Risikofaktor Giftstoffe und Pharmazeutika  

Ein besonderes Risiko stellen die Hinterlassenschaften von Pferden dar, denn bei der Pferdeentwurmung werden pharmazeutische Mittel eingesetzt, die die Tiere über die Pferdeäpfel wieder ausscheiden, die unseren Hunden durchaus gefährlich werden und zu massiven Vergiftungserscheinungen können.

 

Haben Sie weitere Fragen zum Thema? Dann wenden Sie sich gerne jederzeit an uns!

Tierärztliche Klinik Oberhaching Tierärzte Partnerschaftsgesellschaft

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Tel: 089 / 63893020 Email: info@tierklinik-oberhaching.de

Ganz egal ob es um Vorsorge, allgemeine Beratungsfragen – auch zu alternativen Heilmethoden – oder ernsthafte Erkrankungen geht: die Tierklinik Oberhaching ist in jedem Falle die richtige Adresse. Wir kümmern uns um die optimale tiermedizinische Versorgung Ihres Haustieres – seit mehr als 20 Jahren.

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