Was zu tun ist, wenn etwas passiert

Das ist wirklich der Alptraum eines jeden Tierbesitzers: Die Katze wird angefahren, schleppt sich schwer verletzt ins Haus, der Hund rammt sich beim Stöckchen apportieren das Holz in den Rachen, frisst Giftköder oder gerät in eine schwere Beisserei … auch für unsere Haustiere gilt: es gibt nichts, was nicht passieren kann. Doch was ist in einem solchen Notfall zu tun? Wie kann man seinem Tier sofort helfen?

Erste Regel: Ruhig bleiben!

Dies ist leichter gesagt, als getan. Jedoch ist es außerordentlich wichtig, dass Sie ruhig bleiben! Bedenken Sie, dass Ihr Tier womöglich unter starken Schmerzen leidet, es steht unter extremen Stress und kann in Panik vollkommen orientierungslos und unberechenbar reagieren.

Erste Maßnahme: Hindern Sie das Tier am Weglaufen!

So vermeiden Sie weitere Verletzungen und stellen sicher, dass Ihrem Tier überhaupt geholfen werden kann. Sprechen Sie ruhig mit Ihrem Tier und versuchen Sie, sich ein Bild der Verletzungen zu machen: Atmet es? Reagiert es auf Ansprache? Wenn möglich, bringen Sie das Tier in eine stabile Seitenlage und stillen Sie starke Blutungen mit einem Druckverband.

Denken Sie auch an Ihre eigene Sicherheit!

Egal, ob es ein fremdes Tier oder Ihr eigenes ist: Vergessen Sie nicht, dass ein verletztes Tier in Panik durchaus auch beissen kann. Vor Katzenbissen – und kratzern schützen Sie sich am besten, in dem Sie das Tier bis zum Hals sicher in eine Decke wickeln und vorsichtig in einen bereitgestellten Transportkorb legen.

Bei bissigen Hunden empfiehlt sich eine Maulschlinge. Aber Achtung: Hat sich der Hund erbrochen, sind Maul und/ oder Nase verletzt oder zeigt er gar Atemnot, dann keinesfalls eine Maulschlinge anlegen!

Vorsicht bitte auch bei extrem kurznasigen Rassen wie Pekinesen, Boxern oder Bulldoggen. Bei ihnen bitte keine Maulschlinge anlegen, denn diese kann zu einer Drucknekrose führen.

Anlegen einer Maulschlinge:

Legen Sie eine breite Mullbinde unter das Kinn des Hundes und verknoten Sie sie oben auf der Schnauze, dann die beiden Enden wieder zurück unter dem Kinn überkreuzen, hinter den Kopf führen und verknoten. Jetzt ist es Zeit, den Tierarzt oder die Tierklinik zu benachrichtigen.

Tipps für den Transport zum Tierarzt oder in die Tierklinik

Kleine Hunde tragen Sie am besten, indem Sie eine Hand unter das Hinterteil und eine von vorne (Hals) unter den Brustkorb schieben. Größere Hunde heben Sie an, in dem Sie beide Beinpaare umschliessen. Achten Sie darauf, dass eventuell verletzte Gliedmaßen möglichst nicht berührt werden und frei hängen können.

Für den Transport großer Hunde brauchen Sie einen Helfer. Auf einer Decke platziert lassen sich auch schwerere Tiere zu zweit ganz gut tragen. Stöcke oder Bretter können bei der Stabilisierung hilfreich sein.

Sicher unterwegs

Unterwegs im Auto sollte ein Begleiter das Tier immer beobachten. Vertrauen Sie darauf, dass Hund und Katze instinktiv die richtige Schonhaltung einnehmen. Versuchen Sie nicht, den Patienten in eine bestimmte Position zu zwingen. Bewusstlose Tiere sollten allerdings in stabiler Seitenlage transportiert werden.

Wenn Sie die Wahl haben entscheiden Sie sich für den Transport Ihrer Katze immer für eine Box mit leicht abnehmbarem Deckel.

Notfälle: Absolut, dringend oder schwer?

Absoluter Notfall:
Akute Lebensgefahr besteht bei Herzstillstand, Atemstillstand, schweren Blutungen aus der Hauptschlagader, Magendrehung, sowie Verletzungen der Luftwege. Hier ist sofortiges Handeln  nötig.

Dringende Notfälle:
Tiefe Verletzungen, die stark bluten, Öffnungen der Bauch- oder Brusthöhle, Kopfverletzungen mit Verhaltensauffälligkeiten, Schockzustände, schwere Atemnot und Wirbelsäulenverletzungen müssen ebenfalls schnell, binnen Minuten behandelt werden.

Schwere Notfälle:
Dazu zählen tiefe Verletzungen, Knochenbrüche großer Knochen oder offene Brüche (Hautverletzungen am Bruch), offene Gelenkhöhlen, plötzliche Infektionskrankheiten. Notfälle also, die nicht unmittelbar lebensbedrohlich sind, aber dennoch innerhalb der ersten ein bis zwei Stunden behandelt werden müssen.

Notfälle:
Darunter fassen wir Verletzungen zusammen, die innerhalb der ersten 24 Stunden behandelt werden sollten: Tiefe Wunden, geschlossene Knochenbrüche ohne Schock, Verrenkungen und Bänderschäden.

Und so können Sie vorsorgen:

Speichern Sie die Rufnummern Ihres Tierarztes, der nächstgelegenen Tierklinik und der Tierrettung München e.V. www.tierrettungmuenchen.de (Tel: 01805/ 843773)

Falls Sie tierärztlichen Rat im Vorfeld einholen möchten, hilft Ihnen folgende Liste der Münchener Tierrettung: Wie informiere ich den Tierarzt? 

Selbstverständlich  können Sie sich jederzeit an die Tierklinik Oberhaching wenden. Unser Team von erfahrenen Fachtierärzten ist rund um die Uhr an sieben Tagen in der Woche für Sie da und auf alle Notfälle eingerichtet.


Tierärztliche Klinik Oberhaching
Tierärzte Partnerschaftsgesellschaft
Bajuwarenring 10
82041 Oberhaching
Tel: 089 / 63 89 30 20
Email: info@tierklinik-oberhaching.de

Ganz egal ob es um Vorsorge, allgemeine Beratungsfragen  – auch zu alternativen Heilmethoden – oder ernsthafte Erkrankungen geht: die Tierklinik Oberhaching ist in jedem Falle die richtige Adresse. Wir kümmern uns um die optimale tiermedizinische Versorgung Ihres Haustieres –  seit mehr als 20 Jahren.

Menschlich – professionell – wertschätzend.

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